November 06 2017

Vorsicht: Winterzeit ist Schimmelzeit!

Die Tage werden kürzer, das Schmuddelwetter nimmt zu und das bedeutet, Schimmelpilzsporen kommen in Fahrt. Im Schlafzimmer schwarze Flecken an der Wand, dunkle Pünktchen im Bad oder auch in der Küche. Die Verbraucherschutzzentrale sagt Ihnen, was Sie tun können.

Schimmelsporen sind überall vorhanden. Doch zum Wachsen braucht Schimmel vor allem Feuchtigkeit und die ist in der nasskalten Jahreszeit reichlich vorhanden. Wer einen vollgelaufenen Keller hatte, der ist über mögliche Schimmelbildung nicht sonderlich überrascht. Je feuchter die Luft, desto besser kann Schimmel gedeihen. Doch die Ursachen sind in vielen Fällen gar nicht so offensichtlich. Baumängel oder unzureichendes Lüften und Heizen können weitere Ursachen sein.

Gesundheitliches Risiko

Entscheidend für das gesundheitliche Risiko sind die Menge der Schimmelpilzsporen in der Luft sowie die Art des Schimmelpilzes. Erste Indizien sind muffiger Geruch, Feuchtigkeitsschäden und natürlich sichtbare Schimmelflecken. Schimmelpilze können auf den menschlichen Organismus giftig wirken und zu Allergien oder Infektionen führen. Das Risiko, an Asthma zu erkranken, ist erhöht.

Probleme für Mieter und Vermieter

Wenn Schimmel in einer Mietwohnung entdeckt wird, kann nicht immer auf Anhieb eindeutig geklärt werden, wer für den entstandenen Schaden verantwortlich ist. Das ist für Mieter und Vermieter oft ein großes Problem und gibt immer wieder Anlass zu Streitigkeiten.

Wenn es sich um einen Rohbruch handelt und Wasser in die Wohnung eindringt, ist der Vermieter verantwortlich. Das gleiche gilt, wenn Baumängel oder ein schadhaftes Dach zu erhöhter Feuchtigkeit und damit zu Schimmelbildung in Wohnräumen führen.

Ganz anders sieht es aus, wenn sich aufgrund von unzureichender Lüftung oder Heizen Schimmel in Wohnräumen bildet. Dann ist der Mieter für den Schaden verantwortlich. Einen Sachverständigen zu Rate zu ziehen kann allerdings zu einigen Komplikationen führen.

Wie entsteht Kondensat?

Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen. Kühlt warme Luft ab, steigt ihr Feuchtigkeitsgehalt an bis zu dem Punkt, wo die Luft keine weitere Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann. Dann entsteht Kondensat, das sich oft an Wänden oder Fenstern niederschlägt.

Kondensat durch Wärmebrücken

Der Name „Wärmebrücke“ ist etwas irreführend und sollte besser „Kältebrücke“ heißen. Im Grunde genommen ist eine so genannte Wärmebrücke eine Schwachstelle, wie beispielsweise eine schlecht gedämmte Außenwand. An dieser Stelle fließt die Wärme schneller als sonst nach außen ab, so dass die Wand schneller abkühlt. Dadurch bilden sich feine Wassertröpfchen an der Wand. Besonders betroffen sind Außenecken und Fensterumfassungen. Die Oberflächentemperatur sinkt dort weiter ab, wenn Möbel oder Gardinen sich zu nah an den Außenwänden befinden.

Kondensat durch Lebensgewohnheiten

Mehr Komfort genießt mancher Bewohner durch eine neue Vinyltapete, Laminatboden und kunststoffbeschichtete Möbel und Sesselgarnituren. Gefliestes Badezimmer, gekachelte Küche und so weiter. Sehr viele Menschen führen ein Leben in einer Plastikhülle. Nicht zu vergessen, dass wir heute in unseren Wohnungen mehr Wasserdampf freisetzen als früher. Jeder Bewohner gibt täglich mehrere Liter Wasser durch Baden, Kochen, Duschen usw. an die Raumluft ab.

Richtig Lüften und richtig Heizen

Richtig Lüften heißt: Komplette Luft raus aus dem Raum, frische von außen rein – und das in möglichst kurzer Zeit. Doch selbst dabei schleichen sich Fehler ein, die mitunter die Bildung von Schimmel fördern und Energie verschwenden. Soweit die übereinstimmende Meinung aller Experten. Wie aber lüftet man richtig?

Auf keinen Fall sollten Fenster gekippt werden, so dass sie den Raum stundenlang auskühlen. Im Winter kostet das nur unnötig viel Energie. Außerdem kann sich an der Fensterlaibung schnell Schimmel bilden, weil sie zu stark auskühlt. Zudem entweicht nur die warme aufsteigende Heizungsluft.

Richtig Lüften heißt eigentlich Stoßlüften. Dafür sollten alle Fenster weit geöffnet werden, am besten ordentlich Durchzug machen. Eine Faustregel sagt: fünf bis zehn Minuten pro Lüftungsvorgang reichen. Das stimmt pauschal. Aber: Die Häufigkeit und Dauer des Lüftens hängt vom Temperaturunterschied zwischen Wohnraum und Außenbereich ab. Je kälter es draußen ist, desto kürzer sollte gelüftet werden – dafür aber öfter. Bei Windstille und kaum Temperaturunterschied gelten 15 Minuten pro Lüftungszyklus als Richtwert. Und: Selbst bei Regenwetter lüften. Das ideale Raumklima liegt zwischen 40 und 60 Prozent relativer Feuchtigkeit bei zirka 20°C.

Was das Heizen anbelangt, reichen im Wohnbereich und Küche 20°C, im Bad 21°C, im Schlafzimmer tagsüber 18°C und nachts 14 bis 16°C. Diese Werte geben allerdings nur die Raumtemperatur an.

Tipp

Mit Hygrometern lässt sich die Feuchtigkeit im Raum leicht kontrollieren. Die Werte sollten am besten in der Raummitte gemessen werden. Je höher die Feuchtigkeit, desto mehr sollte gelüftet werden.

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