Oktober 25 2017

Palmöl ohne „Tarnkappe“

10.04.2015 – Seit Dezember 2014 können Verbraucher entscheiden, ob sie bei Lebensmitteln auf Palmöl verzichten wollen oder nicht. Ein erster Schritt in die richtige Richtung. Denn die Produktion von Palmöl schadet der Umwelt und den Einheimischen vor Ort.

Seit dem 13. Dezember 2014 muss Palmöl bei Lebensmitteln namentlich als Inhaltsstoff aufgeführt werden und kann sich nicht mehr unter dem Deckmantel „pflanzliches Öl“ verstecken. Palmöl findet sich in Fertigpizza, Schokoriegel, Margarinen oder Schokobrotaufstriche und Backwaren. Aber auch in Lippenstift, Kosmetikartikel, Waschmittel oder Biodiesel kann Palmöl enthalten sein. Für diese Produkte gibt es noch keine Kennzeichnungspflicht.

Warum ist Palmöl so begehrt?

Palmöl ist billig und von der Pflanze ist fast alles verwertbar. 2013 wurden rund 58 Millionen Tonnen Palmöl produziert. Nach Angaben des WWF hat sich die Anbaufläche in den letzten 15 Jahren verdoppelt, in Indonesien hat sie sich sogar verzehntfacht – Tendenz steigend.

Palmöl wird auf riesigen Plantagen angebaut, für die Platz geschaffen werden muss. Dafür werden in Indonesien sowie auf den Inseln Sumatra, Malaysia und Borneo unaufhörlich wertvolle Urwaldflächen zerstört. Die Konzerne roden zunächst die wertvollsten Bäume, entwässern das Gebiet und wandeln es dann in Plantagen um.

Ein weiteres Problem ist, dass Palmölkonzerne, Politiker und Behörden vor Ort oft unter eine Decke stecken, ganz einfach weil das Palmölgeschäft enorme Gewinne verspricht.

Was sind die Folgen?

Gefährdet sind vor allem die bekannten Tiere wie Orang-Utans, Tiger und Nashörner. Sollte ihr Lebensraum weiter so beschnitten werden, könnten sie sogar bald vollkommen aussterben. Palmöl bedeutet Elend für die Menschen. Auch die in den Regenwaldgebieten lebenden Menschen sind durch den Palmöl-Boom massiv bedroht. Ihre Lebensgrundlagen und ihre Kultur werden zerstört. Kleinbauern und Ureinwohner werden von ihrem angestammten Land vertrieben. Allein in Indonesien, wo 45 Millionen Menschen in Wäldern leben, gehen zirka 5.000 Land- und Menschenrechtskonflikte auf das Konto der Palmölindustrie.

Macht Palmöl krank?

Palmöl enthält 50 Prozent gesättigte Fettsäuren. Darüber hinaus wird Palmöl in Lebensmitteln oft in Kombination mit anderen Fetten und Ölen verwendet, die zusammen die Fettsäurezusammensetzung und schließlich die Auswirkungen auf die Gesundheit ergeben. Insgesamt gesehen empfiehlt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, dass die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und von trans-Fettsäuren so niedrig wie möglich sein sollte, da sie zu hohen Cholesterinwerten und Herzkrankheiten führen können.

Der Verbraucher entscheidet

Richtig wirksam wird die Deklarationspflicht aber erst, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher auf Inhaltsstoffe achten und im Zweifel das eine oder andere Lebensmittel im Regal stehen lassen. Denn bei Palmöl kann man ziemlich sicher sein: da ist Regenwald drin.

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