Dezember 10 2019

Zwergenwiese erhält Goldenen Windbeutel 2019

Verbraucher in Deutschland wählen zuckrige „Kinder-Tomatensauce von Zwergenwiese zur Werbelüge des Jahres 2019.

Mehr als die Hälfte der knapp 70.000 abgegebenen Stimmen ging an den Bio-Produzenten Zwergenwiese für seine Kinder-Tomatensauce. Der Grund: Laut Umweltorganisation foodwatch enthält die Kinder-Tomatensauce mehr als doppelt so viel Zucker wie die Erwachsenen-Version.

Zwergenwiese hatte nach der Nominierung für den Goldenen Windbeutel sein Produkt damit verteidigt, dass „kein zugesetzter Kristallzucker“, sondern Apfeldicksaft enthalten sei. Doch die WHO definiert auch Zucker aus Fruchtsaftkonzentraten, wie Apfeldicksaft, als freien bzw. zugesetzten Zucker, dessen Konsum reduziert werden müsse, so foodwatch.

Zwergenwiese nimmt Nominierung an – als erster Hersteller!

Allerdings hat Zwergenwiese als erster Hersteller überhaupt den Negativpreis Goldener Windbeutel akzeptiert und Besserung gelobt.

Der zweite Platz ging an „Yakult Original“ von Heinz. Der Hersteller Heinz preist sein Getränk als Wundermittel für die Darmgesundheit an. Für foodwatch ist das nichts anderes als Pseudo-Wissenschaft: verdünnte Milch und nutzlose Bakterien für 8,40 € pro Liter.

Auf dem dritten Platz landete ein Bio-Möhrensaft von Hipp mit neuer Verpackung und doppeltem Preis. Der vierte Platz geht an Rewe mit seinen Wasabi-Nüssen. foodwatch bezeichnet das als „Große Klappe und nichts dahinter“, denn die Wasabi-Nüsse enthalten nur 0,003 % Wasabi. Der letzte Platz geht an den Corny-Müsliriegel Lower Carb von Schwartau: Der kommt zwar sportlich daher und suggeriert Gesundheit, dabei besteht der Müsliriegel zu einem Viertel aus Zucker.

Die Organisation foodwatch engagiert sich seit Langem für eine gesetzliche Beschränkung des Kindermarketings als ein Baustein im Kampf gegen Fehlernährung und ernährungsbedingte Krankheiten. Gemäß den Empfehlungen der WHO für Kindermarketing sollten nur ausgewogene Produkte an Kinder beworben werden dürfen. Marktstudien haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass ein Großteil der an Kinder beworbenen Lebensmittel zu viel Zucker enthält.

Quelle: www.foodwatch.org

 

 

 

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