Mai 24 2019

Was Huawei-Nutzer wissen sollten?

Die Ankündigung, dass die USA den chinesischen Telekommunikationsriesen auf die schwarze Liste gesetzt haben, hat bei vielen Verbrauchern Verunsicherung ausgelöst. Die Verbraucherschutzzentrale sagt Ihnen, worauf Sie achten sollen.

 Was genau ist passiert?

Seit über einem Jahr führen die USA und China einen erbitterten Handelskrieg. US-Präsident Donald Trump zeigt sich besorgt darüber, dass sein Land viel mehr Waren in China einkauft als die Chinesen in den USA. Darüber hinaus fürchten die USA, dass Huawei ein Sicherheitsrisiko darstelle – eindeutige Belege sind allerdings öffentlich bislang nicht zugänglich.

In dieser Auseinandersetzung kam es Mitte Mai zu einem neuen Höhepunkt: US-Präsident Donald Trump hat am 16. Mai 2019 den Notstand in der Telekommunikation ausgerufen. Daraufhin hat das Handelsministerium der Vereinigten Staaten den chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei und 70 seiner Tochterunternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt. Damit ist es US-Firmen untersagt, ohne Genehmigung der US-Regierung Geschäfte mit Huawei und Co. zu tätigen.

Kann ich mein Huawei-Smartphone weiterhin nutzen?

Vorläufig ja. Dies geht aus übereinstimmenden Meldungen verschiedener Medien hervor. Der Zugriff auf den Google Play Store zum Herunterladen von Apps und zum Installieren von neuen Apps bleibt erhalten. Das hat Google über Twitter mitteilen lassen.

Der chinesische Konzern Huawei hat außerdem mitgeteilt, dass er weiterhin Sicherheitsupdates und Updates für Smartphones und Tablets bereitstellen werde, auch für jene Geräte, die noch auf Lager sind.

Welche Geräte sind betroffen?

Betroffen von diesen Maßnahmen sind alle Geräte des Unternehmens Huawei, wie zum Beispiel Smartphones und Tablets. Aber auch das Tochterunternehmen Honor, das zu 100 Prozent dem chinesischen Konzern gehört, ist davon betroffen.

Kann ich in Zukunft weiterhin Android-Updates installieren?

Das ist eher unwahrscheinlich. Alle Huawei-Geräte sind in der Regel mit dem Betriebssystem Android ausgestattet. Nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW haben Nutzer keinen Anspruch auf neue Versionen. Aktuelle Geräte sollen noch mit dem neuesten Android 9.1 ausgeliefert werden, doch das neue Betriebssystem Android 10 Q wird voraussichtlich nicht mehr für Huawei-Geräte zur Verfügung stehen. Das Problem: Das Betriebssystem „Android“ wurde 2005 vom Google-Konzern aufgekauft. Und somit ist es Google laut Telekommunikationsnotstand untersagt, weiterhin mit Huawei zusammenzuarbeiten.

Was ist mit Gmail, Maps und YouTube?

Für bestehende Huawei-Geräte dürfte es derzeit kein Problem darstellen, weiterhin auf diese Apps zuzugreifen. Die Frage ist allerdings: Wie lange noch?

Sollte Huawei für künftige Geräte-Generationen eine „lizenzfreie“ Android-Version nutzen, dürfte dies mit großen Einschränkungen verbunden sein. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wichtige Google-Dienste wie Gmail, Maps und YouTube dann nicht mehr zugänglich sind.

Wie geht es weiter?

Das weiß keiner so genau, denn die Auswirkungen lassen sich nicht genau abschätzen.

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