Februar 13 2018

Vorsicht bei Anzahlungen

13.02.2018 – Geldfallen gibt’s nicht nur im Internet, sondern lauern auch dann, wenn ich eine Küche bestelle, ein Auto kaufe oder neue Fenster in meinem Haus installieren will. Vorsicht ist vor allem bei Anzahlungen geboten.

Der Verbraucher ist gut beraten, bei größeren Anschaffungen mehrere Angebote einzuholen.

Da ist es vor allem wichtig, dem Anbieter seine genauen Wünsche und Produkteigenschaften aufzulisten. Denn je präziser die Informationen, desto besser und genauer sollte das Angebot sein.

Bei den verschiedenen Angeboten nicht nur auf den Preis achten. Jeder Verbraucher sollte sich grundsätzliche Fragen stellen:

  • Entspricht das Angebot meinen Anforderungen?
  • Macht das Angebot einen seriösen Eindruck?
  • Gibt es Referenzen über den Anbieter?
  • Kümmert sich der Anbieter um mich? Will er mich als Kunden gewinnen?

Bei Anbietern, die viel billiger daher kommen als andere, sollte man hellhörig werden. Dies könnte ein Grund sein, dass der Anbieter schlechte Qualität verkaufen will oder kurz vor der Pleite steht.

Ohne Bestellschein, keine Anzahlung

Hat man sich dann für ein Angebot entschieden, ist der Bestellschein die nächste Etappe. Hier ist oft die Rede von einer Anzahlung. Es gibt kein Gesetz, dass zu einer Anzahlung verpflichtet, doch in der Praxis bei größeren Arbeiten, Dienstleistungen und Produkten sind Anzahlungen die Regel.

Übliche Anzahlungen:

  • Haus: 10%
  • Auto: 10-20%
  • Möbel: 10-30%
  • EDV-Material: 10-20%
  • Raumausstattungsartikel: 10-30%
  • Reisen: 30%

Wichtig zu wissen ist, dass eine Anzahlung einen Bestellschein voraussetzt. Dieser hat den Vorteil, dass der Verbraucher über ein Schriftstück verfügt, welches den Preis und die Lieferbedingungen festhält.

Ein Bestellschein muss folgende Angaben beinhalten:

  • Name, Adresse und die Handelsregisternummer des Verkäufers,
  • Datum und Nummer der Bestellung,
  • Beschreibung der Ware oder der Dienstleistung,
  • Preis und Anzahl Mehrwertsteuersatz, wenn die MWSt. nicht im Preis inbegriffen ist,
  • Höhe der Anzahlung,
  • Preis der zu zahlen bleibt,
  • Datum und Frist der Lieferung,
  • Unterschrift des Verkäufers.

Doch Vorsicht: ein unvollständiger Bestellschein ist immer noch gültig. Die Unterschrift auf dem Bestellschein ist jedenfalls bindend. Auch wenn keine Anzahlung geleistet wurde, kann man nicht so einfach vom Kauf zurücktreten.

Allgemeine Geschäftsbedingungen lesen

Vor jedem Kauf sollte der Verbraucher die allgemeinen Geschäftsbedingungen lesen. Also das Kleingedruckte. Hier wird auch genau beschrieben ab wann und ob der Verbraucher vom Kauf zurücktreten kann.

Rücktrittsfristen gelten nur unter gewissen Umständen: Bei einem Kauf, der innerhalb der Geschäftsräume abgeschlossen wurde, kann der Verbraucher nicht vom Kauf zurücktreten.

Handelt es sich aber um einen Fernverkauf, wie zum Beispiel beim Onlineshopping, dann steht dem Verbraucher eine Rücktrittsfrist von 7 Werktagen zu. Dasselbe gilt für Käufe, die außerhalb der Geschäftsräume stattgefunden haben, wie z.B. auf einer Messe oder am Wohnsitz des Käufers.

 

 

 

 

 

 

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