Juni 18 2018

Ohne Feuerversicherung wird’s teuer

Der Mieter ist zwar gesetzlich nicht dazu verpflichtet eine Gebäudeversicherung – auch Feuerversicherung genannt – abzuschließen, doch meist sieht der Mietvertrag dies vor. Die VSZ empfiehlt in jedem Falle den Abschluss einer solchen Feuerversicherung.

Wenn ein Feuer ausbricht, wird die Schuld des Mieters vorausgesetzt. Um sich davon zu befreien, muss er beweisen, dass das Feuer nicht durch sein Fehlverhalten (oder das Fehlverhalten einer Person, für die er haftet: Ehepartner, Kind, Untermieter,…), verursacht wurde. Dieser Beweis ist nicht immer einfach zu erbringen.

Er kann dies tun, indem er beweist, dass das Feuer durch eine andere Person (z.B. Nachbar), durch höhere Gewalt oder den Besitzer selbst entstanden ist. Wenn zum Beispiel aus dem Gutachten der Versicherung hervorgeht, dass der Brand entstanden ist, weil der Vermieter die Elektroinstallation laienhaft angebracht hat.

Zu beachten ist, dass der Mieter nicht automatisch aus der Haftung entlassen wird, wenn ein Mangel an der Mietwohnung das Feuer verursacht hat. Dies gilt nur bei einem versteckten Mangel. Bei einem sichtbaren Mangel hat der Mieter die Pflicht, den Vermieter auf den Mangel hinzuweisen und die Reparatur zu fordern (schriftlich und per Einschreiben!), sonst bleibt er weiterhin haftbar.

Gegenüber Dritten wird die Schuld des Mieters nicht vorausgesetzt. Der Nachbar, der einen Schaden erleidet, muss beweisen, dass der Mieter dafür die Schuld trägt.

Warum eine Gebäudeversicherung für den Mieter?

Die VSZ rät jedem Mieter, eine Gebäudeversicherung abzuschließen. Denn wenn der Mieter nicht beweisen kann, dass er keine Schuld trägt, wird der Versicherer des Besitzers sich an ihn wenden und die Rückerstattung der Entschädigung verlangen.

Anders verhält es sich, wenn der Versicherungsvertrag des Vermieters den Verzicht auf Regressanspruch vorsieht. In diesem Fall ist der Mieter automatisch aus der Haftung genommen. Diese Form der Versicherung hat den Nachteil, dass das Mobiliar des Mieters und seine Haftung den Nachbarn gegenüber nicht versichert sind.

In der Praxis schließen deswegen sowohl der Besitzer als auch der Mieter eine Feuerversicherung ab. Der Besitzer versichert die Immobilie und der Mieter versichert sich für den Fall, dass ein Schaden durch seine Schuld entsteht sowie das Mobiliar. Im Prinzip handelt es sich um eine Mieterhaftpflicht- und Hausratversicherung. Diese Versicherung deckt ebenfalls Schäden, die z.B. an der Nachbarwohnung entstehen könnten.

Zur Info: Der Besitzer muss Feuermelder in der Wohnung installieren. Dem Mieter obliegt der Unterhalt (Batterien ersetzen).

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