Februar 26 2018

Missverständliche Zählerstände: Beschweren zwecklos!

Besitzer von Photovoltaikanlagen klagen über missverständliche Zählerstände und glauben über den Tisch gezogen worden zu sein. In diesem Falle gibt der Gesetzgeber den Energieanbietern Recht. Aufmerksame Verbraucher können aber dem Ganzen ein Schnippchen schlagen.

Eine Photovoltaikanlage installiert derjenige, der Strom sparen möchte. Doch was, wenn  die nächste Abrechnung kommt und man doch zahlen muss, obwohl mehr Strom produziert als verbraucht wurde?

Die Verbraucherschutzzentrale hat in den letzten Wochen und Monaten zahlreiche Klagen von erbosten Verbrauchern registriert, die eine neue Photovoltaikanlage installiert haben. Grund der Klage war, dass der jährliche Verbrauch der Stromabrechnung in zwei verschiedene Berechnungszeitfenster gegliedert war. Ein Beispiel:

Zählerstand am 10.02.2017: 2.929 kWh

Zählerstand am 21.09.2017: 343 kWh

Zählerstand am 09.02.2018: 1.562 kWh

Während der Energieanbieter für den Zeitraum vom 10.02.2017 bis zum 21.09.2017 (also gut 7 Monate) nichts berechnet, werden dem Kunden vom 21.09.2017 bis zum 09.02.2018 hingegen 1219 Kilowattstunden in Rechnung gestellt. Dies ärgert die Besitzer von Photovoltaikanlagen sehr, denn wäre ein Zeitraum von einem ganzen Jahr durchgehend berechnet worden, wären 0 kWh berechnet worden.

Wie kommt’s?

Im Grunde genommen hat der Besitzer der Photovoltaikanlage 2.586 Kilowattstunden im ersten Zeitraum durch seine Photovoltaikanlage eingespart.

Allerdings hat der Verbraucher in unserem Beispiel am 21.09.2017 seinen Doppeltarifzähler (Tag/Nachtzähler) entfernen lassen, da ein einfacher Zähler für ihn günstiger ist. Jeder technische Eingriff am Zähler hat das Ablesen des Zählerstands zur Folge. Dieser Zählerstand wird dann dem Energieanbieter mitgeteilt, der die verbrauchten Kilowattstunden von einer Zählerablesung bis zur nächsten berechnet.

Viele Verbraucher haben eine Reklamation bei ihrem Energieanbieter eingereicht: doch beschweren ist hier zwecklos. Gesetzlich ist vorgesehen, dass jeder Eingriff am Zähler eine Ablesung mit sich bringt und von Ablesung zu Ablesung berechnet wird.

Der Besitzer einer Photovoltaikanlage kann nur eins tun: darauf achten, dass sich ein voraussehbarer Eingriff an seinem Zähler zeitlich so nah wie möglich an dem Zeitpunkt seiner üblichen jährlichen Ablesung befindet.

Für weitere Auskünfte melden Sie sich bei der Verbraucherberatung unter der Rufnummer 087/59 18 50.

War diese Information hilfreich ?