März 13 2019

Datenklau mit Telefon und Bankkartenlesegerät

Die Verbraucherschutzzentrale VoG möchte vor ein paar Praktiken warnen, mit denen Trickbetrüger über das Bankkartenlesegerät, häufig „Digipass“ genannt, an die persönlichen Daten ihrer Opfer gelangen möchten, um Geld von deren Konten abzuschöpfen.

Die Betrüger wenden regelmäßig die gleichen Methoden an, um an ihr Ziel zu gelangen. Das Innenministerium nennt die vier häufigsten Vorgehensweisen der Betrüger.

Microsoft

Ein angeblicher Mitarbeiter der Firma Microsoft kontaktiert das Opfer telefonisch und zwar in Englisch. Die Person behauptet, es gebe Sicherheitsprobleme mit dem Computer des Opfers und sie möchte bei der Behebung dieser Probleme durch Fernwartung behilflich sein. Hierzu lädt das Opfer ein spezielles Programm aus dem Internet, sodass der Betrüger Zugang zu seinem Computer erhält. Gleichzeitig bietet er dem Opfer ein Zusatzprogramm an, um den Computer besser zu sichern. Bei diesem Programm handelt es sich jedoch um Malware, mit deren Hilfe der Betrüger Zugang zu den persönlichen Daten des Opfers erhält. Anschließend wird das Opfer über verschiedene Internet-Seiten zu einer Zahlung aufgefordert, bei der er seine Bankkartennummer sowie den durch das Kartenlesegerät angegebenen Code eingibt. So erhalten die Betrüger Zugriff auf das Konto des Opfers.

Telefonanruf seitens der EU-Kommission

Auch hier wird das Opfer telefonisch kontaktiert. In diesem Fall durch einen angeblichen Mitarbeiter der EU-Kommission. Die angerufene Person soll als Opfer von Telefonbelästigung anerkannt worden sein und dadurch Anrecht auf eine Entschädigung haben. Damit diese direkt auf sein Konto überwiesen werden könne, müsse das Opfer nur sein Bankkartenlesegerät bereithalten und die ihm telefonisch mitgeteilten Anweisungen befolgen. Und schon schnappt die Falle zu.

Anruf seitens des Gesundheitsministeriums

Diese Vorgehensweise ähnelt der vorherigen: Ein angeblicher Mitarbeiter des Gesundheitsministerium kündigt eine Rückerstattung seitens der Krankenkasse an und der weitere Verlauf ist wie gehabt. Über das Bankkartenlesegerät erhalten die Betrüger Zugang zu den Bankdaten.

Anzeige auf einer Website für Second-Hand-Waren

Das Opfer stellt eine Annonce auf die Website 2ememain.be. Der Betrüger kontaktiert das Opfer per E-Mail und bezeugt Interesse an der angebotenen Ware, wünscht jedoch, dass der Versand über DHL erfolgt. Das Opfer übermittelt ein Dokument mit verschiedenen vertraulichen Daten an den Betrüger (Bankkonto, Telefonnummer). Der Betrüger ruft anschließend das Opfer an und stellt sich als ein Mitarbeiter der Firma DHL vor und auch hier kommt dann wieder das Bankkartenlesegerät zum Einsatz und schon ist es passiert.

Seien Sie misstrauisch!

Die Verbraucherschutzzentrale VoG fordert die Verbraucher daher dringend auf, keine Bankdaten und Code-Nummern am Telefon oder auch im Internet preiszugeben.

Verbraucher, die Opfer eines Trickbetrugs geworden sind, sollten sofort ihre Bank benachrichtigen und Anzeige bei der Polizei erstatten.

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