Juni 03 2020

Das Recht auf Reparatur

Das Bündnis Right To Repair und die Verbraucherschutzzentrale fordern nachhaltigere Smartphones.

Smartphones gehen schnell kaputt: gesprungene Displays, schwache Akkus, kaputte Ladeanschlüsse. Viele Verbraucher würden sie zwar gerne reparieren, aber Reparaturen werden immer teurer, schwieriger oder sogar unmöglich. Also wird letztendlich ein neues zu Lasten der Verbraucher, der Umwelt und den Arbeitern in den Produktionsländern gekauft.

Das Bündnis Right To Repair Europe fordert von der EU, Nachhaltigkeit und Wiederherstellbarkeit von Smartphones in ihren Aktionsplan aufzunehmen. Dies würde von den Herstellern verlangen, die Geräte so zu konstruieren, dass sie zerlegt werden können, ohne dabei zu Bruch zu gehen. Darüber hinaus sollen Werkstätten und Verbrauchern erschwingliche Ersatzteile und Reparaturhandbücher zur Verfügung gestellt und langfristige Sicherheitsupdates bereitgestellt werden.

Warum ausgerechnet das Smartphone?

Smartphones gehören zu den umweltschädlichsten Produkten. Allein in Europa beläuft sich die jährliche Klimabelastung durch Smartphones auf mehr als 14 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent. Der Grund: Die Nutzer tauschen ihre Smartphones durchschnittlich nach zwei Jahren aus.

Es gibt viele andere Gründe, die Herstellung von Smartphones zu regulieren, von den Arbeitsbedingungen in der gesamten Lieferkette bis hin zu den Auswirkungen auf Land und Wasser am Ende der Lebensdauer. Die Konsequenz ist so oder so, dass immer mehr Geräte auf dem Müll landen und wichtige Rohstoffe verloren gehen. Der beste Weg, diese Auswirkungen zu verringern, ist Smartphones länger zu nutzen.

Das Bündnis Right To Repair Europe setzt sich für das Recht auf Reparatur ein. Dieses Bündnis setzt sich u.a. aus verschiedenen europäischen Organisationen, Reparturinitiativen und Akteuren der Sozialwirtschaft zusammen.

Die Aktion ist eine Initiative der europäischen Organisation Right to Repair – www.repair.eu

Hier gelangen Sie zum Link zur Online-Petition: https://repair.eu/smartphones/

Diese Aktion von Brussels Right to Repair wird unterstützt durch https://www.bewustverbruiken.be/, Repair&Share, Repair Together, Catapa, EEB -Bureau européen de l’environnement und ECOS – European Environmental Citizens‘ Organisation for Standardisation, Bond Beter Leefmilieu, AB-REOC, Equipes Populaires sowie die Verbraucherschutzzentrale VoG


 Manifest Recht auf Reparatur

Jeder hat das Recht auf Produkte, die langlebig und reparierbar sind. Dies ist heutzutage leider alles andere als offensichtlich. Unsere Sachen halten immer weniger lang. Und wenn sie kaputt gehen, sind sie darüber hinaus auch noch schwer zu reparieren: Einzelteile sind verklebt, Ersatzteile fehlen, es gibt keine Reparaturwerkstätten in der Nähe,…. Wir fordern Hersteller, Ladenbesitzer und Politiker auf, dies zu ändern.

Reparieren ist gut für die Umwelt, verhindert Überkonsum und schafft Arbeitsplätze vor Ort.
Wir fordern Politiker, Hersteller und Einzelhändler auf:

Die gesetzliche Garantie auszudehnen

Eine längere Garantie macht es für Hersteller interessanter, Produkte so zu konstruieren, dass sie weniger schnell ausfallen und leicht zu reparieren sind. Auf diese Weise vermeiden sie Ersatz- und Reparaturkosten.

Reparaturhandbücher und Ersatzteile bereitzustellen

Mit Handbüchern und Ersatzteilen wird die Reparatur einfacher, schneller und billiger. Stellen Sie allen schnell und günstig Reparaturhandbücher und Ersatzteile zur Verfügung und es wird noch viel mehr repariert werden.

Investieren Sie in Reparaturdienste

Viele kleinere Geräten kann man heute nirgendwo mehr reparieren lassen. Wir brauchen dringend mehr professionelle Reparaturdienste, soziale Beschäftigungsprojekte und Reparaturcafés.

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